Keule

Keule

* * *

Keu|le ['kɔy̮lə], die; -, -n:
1. (als Waffe zum Schlagen bestimmter) länglicher Gegenstand mit verdicktem Ende:
die Eingeborenen schlugen den Forscher mit Keulen tot.
2. Schenkel von bestimmtem Geflügel; Oberschenkel von Schlachttieren:
eine dicke, fleischige, gebratene Keule; die Keule von Gans, Hase, Reh.
Syn.: Bein.
Zus.: Gänsekeule, Hasenkeule, Kalbskeule, Rehkeule.

* * *

Keu|le 〈f. 19
1. nach unten dicker werdender, starker Stock als Schlag- u. Wurfgerät
2. 〈Sp.〉 Turngerät von ähnl. Form zum Schwingen
3. Oberschenkel des Schlachtviehs u. Haarwildes (Hammel\Keule, Kalbs\Keule, Reh\Keule)
● chemische \Keule 〈fig.〉 Sprühgerät der Polizei, mit dem (bei Demonstrationen) chem. Substanzen (z. B. Tränengas) versprüht werden; übermäßiger Einsatz von Pestiziden o. Ä. [<mhd. kiule; verwandt mit mhd. kule „Kugel“]

* * *

Keu|le , die; -, -n [mhd. kiule, eigtl. = Gebogenes, Gekrümmtes; Wölbung, Höhlung]:
1.
a) [hölzerne] Schlagwaffe mit einem verdickten Ende:
die Eingeborenen schlugen den Forscher mit -n tot;
Ü wenn ihm die Argumente ausgehen, greift er zur verbalen K.;
chemische K. (1. bes. bei Polizeieinsätzen verwendetes Gerät zum Versprühen von Reizstoffen, die vorübergehend kampfunfähig machen. 2. in einem Sprühgerät sich befindender, vorübergehend kampfunfähig machender Reizstoff, der bes. bei Polizeieinsätzen verwendet wird. 3. übermäßiger Einsatz von Chemikalien, chemischen Substanzen) [ von engl. chemical mace];
b) (Gymnastik) hölzernes, flaschenförmiges Sportgerät, das in der Hand gehalten wird:
Übungen mit der K. machen.
2. Schenkel beim größeren Geflügel, bei Wild u. kleinerem Schlachtvieh:
eine gebratene, gegrillte K.;
die K. von Gans, Hammel, Hase, Reh, Huhn;
ein saftiges Stück Fleisch aus der K.;
Ü die -n (Beine) einziehen;
schwing die -n! (beeil dich!).

* * *

Keule
 
[mittelhochdeutsch kiule, eigentlich »Gebogenes«],
 
 1) Sport: 1) flaschenförmiges Handgerät in der Gymnastik (Keulengymnastik) und der rhythmischen Sportgymnastik; 2) im Hockey Bezeichnung für den Schläger oder dessen unteren, gekrümmten Teil.
 
 2) Völkerkunde: Nahkampfwaffe, die weltweit, besonders in Amerika und Ozeanien, verbreitet war. Ihre unterschiedlichen Formgebungen, etwa durch verdickt gearbeitetes oder abgewinkeltes Schlagende, auf den Kolben aufgesetzten (meist steinernen) Keulenkopf, die Ausbildung schwertförmiger Verbreiterungen oder auch durch zusätzliche Bewehrung mit Spitzen u. Ä. entsprangen v. a. dem Bestreben nach erhöhter Schlagwirkung.
 
 3) Weidmannssprache und Gastronomie: Oberschenkel der Hinterbeine von Schweinen (auch Schlegel), Rindern, Haarwild (beim Schwarzwild auch Hamer).

* * *

Keu|le, die; -, -n [mhd. kiule, eigtl. = Gebogenes, Gekrümmtes; Wölbung, Höhlung]: 1. a) [hölzerne] Schlagwaffe mit einem verdickten Ende: die Eingeborenen schlugen den Forscher mit -n tot; Spr große -n schlagen große Beulen; Ü Wenn Euro-Befürwortern die Argumente für den pünktlichen Start der Währungsunion ausgehen, greifen sie schnell zur verbalen K. (Woche 20. 2. 98, 9); *chemische K. (1. bes. bei Polizeieinsätzen verwendetes Gerät zum Versprühen von Reizstoffen, die vorübergehend kampfunfähig machen. 2. in einem Sprühgerät sich befindender, vorübergehend kampfunfähig machender Reizstoff, der bes. bei Polizeieinsätzen verwendet wird; LÜ von engl. chemical mace); b) (Gymnastik) hölzernes, flaschenförmiges Sportgerät, das in der Hand gehalten wird: Übungen mit der K. machen. 2. Schenkel beim größeren Geflügel, bei Wild u. kleinerem Schlachtvieh: eine dicke, fleischige, gebratene, gegrillte K.; die K. von Gans, Hammel, Hase, Reh, Huhn; ein saftiges Stück Fleisch aus der K.; Ü die -n (Beine) einziehen; schwing die -n! (beeil dich!); Ich ... ziehe ihm nur so spielerisch einen kleinen Schlag über seine mageren -n (ugs. scherz.; Oberschenkel; Remarque, Obelisk 189).

Universal-Lexikon. 2012.

См. также в других словарях:

  • Keule — Keule …   Deutsch Wörterbuch

  • Keule — Angaben Waffenart: Keule Bezeichnungen …   Deutsch Wikipedia

  • Keule — Keule, älteste Hieb und Wurfwaffe aller Völker, speziell der Germanen, als Caja (s. d.) bis ins 15. Jahrh. im Gebrauch, als Teutona mit den Goten nach Spanien gewandert. Bei den Kelten war die Wurfkeule Cateia genannt. Auf die K. ist die… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Keule — Sf std. (13. Jh.), mhd. kiule Keule, Stock, Stange Stammwort. Zugehörigkeitsbildung zu mhd. kūle Kugel (Kaulquappe, Kugel), also mit einer Kugel (Verdickung) versehen . Entsprechend (mit dem g von Kugel) mndl. cogele Kugel , ae. cycgel Knüttel .… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Keule — Keule: Die nur dt. Bezeichnung der Hieb und Wurfwaffe (mhd. kiule) gehört im Sinne von »Stock mit verdicktem Ende, kugelförmiger Gegenstand« zu der vielfach weitergebildeten und erweiterten idg. Wurzel <WA>*gēu </WA>»biegen, krümmen« …   Das Herkunftswörterbuch

  • Keule [1] — Keule 1) längliches, am Ende dickeres Werkzeug zu Schlag u. Stoß; 2) an lebendigen u. geschlachteten Thieren das hintere Dickbein; 3) der Theil des Schafvließes, welcher auf der Seitenfläche der Hinterschenkel gewachsen ist …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Keule [2] — Keule, Art der Gattung Bohrwurm, s.d. b) …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Keule [3] — Keule, Dorf im Kreise Rothenburg des Regierungsbezirks Liegnitz der preußischen Provinz Schlesien; Eisenhütte; 300 Ew …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Keule — Keu·le die; , n; 1 eine längliche Waffe aus Holz, die an einem Ende dünn und am anderen Ende dick ist <die Keule schwingen; jemanden mit einer Keule erschlagen>: Die Neandertaler verwendeten Keulen als Waffen || K : Keulenschlag 2 ein… …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • Keule — 1. Eine Keule ohne Hand (die niemand schwingt) ist nicht gefährlich. 2. Grosse Keulen, grosse Schläge; grosse Schläge, grosse Beulen. 3. Grosse Keulen schlagen grosse Beulen. – Petri, II, 359. »Wiltu dich schlahen, kempffen, rauffen, oder mit eim …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon


Поделиться ссылкой на выделенное

Прямая ссылка:
Нажмите правой клавишей мыши и выберите «Копировать ссылку»